Forscher am MIT (Massachusetts Institute of Technology) haben ein besonders kostengünstiges System zur Gestensteuerung entwickelt. Der bunte Handschuh, der neben einer Webcam zur Steuerung eines Computers dienen kann, soll nicht mehr als einen Dollar in der Herstellung kosten.
Durch die dreidimensionale Konfiguration von Hand und Fingern sei eine bechtliche Genauigkeit erreicht worden, so Robert Wang, Doktorand am MIT und Artificial Intelligence Laboratory. Games seien ein offensichtliches Anwendungsgebiet. Einige Hürden seien allerdings noch zu meistern.
Anton Nijholt, Leiter des Fachbereichs Human Media Interaction an der University of Twente, meint diese Entwicklung sei grundsätzlich interessant, die Frage sei jedoch, ob Spieler dazu bereit sind den Handschuh längere Zeit zu tragen. Ähnliche Bedenken hatte man auch bei den Headsets und diese gehören heute ja zur Standard-Ausrüstung eines Gamers.
Die Frage, wie groß der Marktbedarf sei hat sich Hans Solar, Lehrgangsleiter am Wiener Games College gestellt. Es stehe Project Natal von Microsoft in den Startlöchern, das ohne technische Hilfsmittel am Körper auskommt. Ferner sei Gestensteuerung für Genres wie Ego-Shooter oder Rennspiele ungeeignet. Das MIT-Team sieht einen Anwendungsbereich bei Ingenieuren und Designern zur Arbeit mit 3D-Modellen.
Technisch setzt die MIT-Entwicklung darauf, aus dem Webcam-Bild einen Ausschnitt mit den Handschuhen zu extrahieren und mittels Spezial-Software auf 40 mal 40 Pixel zu komprimieren. Der Ausschnitt wird dann mit einer Bilddatenbank diverser Handpositionen verglichen. Eine eindeutige Zuordnung wird möglich, da die Handschuhe 20 unregelmäßige Flächen in insgesamt zehn Farben haben, und erfolgt in Sekundenbruchteilen. Dass eine Vergleichs-Bilddatenbank von mehreren hundert Megabyte nötig ist, sei aufgrund immer größer werdender Arbeitsspeicher kein Problem, so Wang.
Dem stimmen Solar und Nijholt grundsätzlich zu. Für den Informatiker ist eher die Frage, ob die Extraktion des richtigen Bildbereichs auch außerhalb eines Labors zuverlässig funktioniert. "Das ist bei komplexen, dynamischen Hintergründen nicht leicht", betont er. Nijholt glaubt durchaus, dass die MIT-Entwicklung mit dem richtigen Zugang auch für Games interessant ist. "Man darf aber nicht nur überlegen, wie existierende Spiele so ein Tool nutzen könnten. Besser wäre, neuartige Games zu entwickeln, bei denen es auch Spaß macht, so einen Handschuh zu tragen", meint er abschließend.
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Quelle: Pressetext Austria

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